Geschichte

Der Mensch interessiert sich seit Jahrhunderten für Geschichte und sammelt Informationen, die über die Erinnerung des Einzelnen hinausgehen. Wer Geschichtskenntnisse hat, kann die heutige Welt besser verstehen. Im Rahmen des Faches Geschichte haben Jugendliche deshalb die Möglichkeit, ihr Wissen über die Kulturen unserer Welt zu erweitern. Dies fördert die Entwicklung der Persönlichkeit und der eigenen Identität. Die mündige und verantwortungsbewusste Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben ist deshalb eines der wichtigsten Ziele des Faches Geschichte.
Unterstützt wird das Lernen der Schülerinnen und Schüler durch moderne Lehrwerke. Dabei wird im Rahmen das Sekundarstufe I das Lehrbuch Zeiten und Menschen aus dem Verlag Schönigh verwendet.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts der Unter- und Mittelstufe beginnt die „Reise“ der Schülerinnen und Schüler in der Steinzeit und endet im „Hier und Jetzt“. In der Sekundarstufe II wird das Kursbuch Geschichte aus dem Verlag Cornelsen verwendet. Während in der Einführungsphase verschiedene Themen der Mittelstufe vertieft werden, liegt der Schwerpunkt in der Qualifikationsphase auf dem 19. und 20. Jahrhundert.
Zusätzlich bietet sich für Schülerinnen und Schüler in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, außerschulische Lernorte zu besuchen. In Museen (wie dem Haus der Geschichte in Bonn) besteht die Möglichkeit, ganz neue Perspektiven zu entwickeln. Zur Systematisierung dieser Exkursionen ist ein entsprechendes Curriculum zurzeit in Arbeit, welches außerschulische Lernorte geordnet nach entsprechenden Themen erfassen soll.

Vereinbarungen des Fachbereichs Geschichte

 

Karikaturanalyse in der Jg. 7? Annika Nanko zeigt, wie es geht!

„Die Spinne und die Fliege“

Bei der vorliegenden Bildquelle handelt es sich um ein Spottbild mit dem Titel „Die Spinne und die Fliege“, das von J. Lagnet- Guerard angefertigt wurde. Ein Spottbild ist der Vorläufer der heutigen Karikaturen. Der genaue Entstehungszeitpunkt ist nicht bekannt, man kann aber erschließen, dass es aus den Jahren vor der französischen Revolution stammen muss.

Oben links auf dem Bild erkennt man eine Spinne, die eine Fliege in ihrem Netz gefangen hat. Daneben erkennt man noch eine zweite Fliege. Über das Bild verteilt kann man französische Sätze zur Erläuterung bestimmter Bildinhalte erkennen. Im Zentrum des Bildes steht rechts ein Mann mit einem Sack voller Geldmünzen, Getreide und einem Korb mit Feldfrüchten. Der Mann trägt einfache und leicht verschlissene Kleidung, sein Blick ist gequält und erschöpft. Seinen Hut hat er abgenommen und unter den linken Arm geklemmt. Ihm gegenüber Sitz ein vornehm gekleideter Mann erhöht auf einem Podest. Er trägt einen prunkvollen, mit Federn geschmückten Hut und teure Kleidung. Seine linke Hand ruht locker auf einem dünnen Stab. Neben ihm steht ein Windhund. Die Szene spielt im prächtigen Haus des reichen Mannes. Durch ein Fenster und das Eingangstor kann man einen Garten und eine weitläufige Landschaft erkennen – Land, das wohl ihm gehört. Das Tor sieht aus wie der Eingang zu einem Schloss. Der Hund und die edle Kleidung stehen als Zeichen für den Luxus, den er sich leisten kann. Das Podest gibt ihm einen höheren Stand, er wirkt mächtiger als der arme Mann.

Mit dem Vorwissen aus dem Geschichtsunterricht kann ich erschließen, dass der reiche Mann ein Adeliger ist, dem ein Bauer seine Abgaben in Form von Naturalien und Geld entrichtet. Sein Landbesitz und das prächtige Haus zeigen, dass er sehr vermögend ist. Die Aussageabsicht des Spottbildes erschließt sich aus der anfangs erwähnten Spinne, die eine Fliege in ihrem Netz hat. Übertragen auf die Beziehung der beiden Männer bedeutet das, dass der Adelige den armen Bauern quasi „aussaugt“, ohne dass dieser sich dagegen wehren kann. Er ist wie die Fliege im Netz des Adeligen (seine Privilegien und Vorrechte) gefangen.

Das Spottbild ist typisch für die Stimmung vor der Revolution in Frankreich, die im Jahr 1789 ausbrach. Viele Menschen aus dem dritten Stand (Bauern und Bürger) wollten sich die schlechte Behandlung durch die Geistlichen und Adeligen nicht mehr gefallen lassen. Sie hinterfragten die Vorrechte des ersten und zweiten Standes und wollten eine gerechte Verteilung von Lasten und Abgaben in Frankreich. Weil der König dies jedoch ablehnte, brach schließlich die Revolution aus. Das Spottbild ist also wie eine Aufforderung an die Bauern: Lasst euch die ungerechte Behandlung nicht mehr länger gefallen! Geht der Spinne nicht länger ins Netz!

Annika Nanko, Klasse 7c. Der Text entstand im Geschichtsunterricht von Herrn Nolte.